Alpin Notruf: 140

Pilot sucht sich den Landeplatz selbst aus

Das Einweisen des Rettungshubschraubers ist nicht notwendig. Der Pilot sucht sich seinen Landeplatz selbst und der einweisende Bergretter könnte dabei sogar im Weg stehen. Das ist die wichtigste Erkenntnis, die acht Bergretter der Ortsstelle St. Pölten Ende Oktober beim C 15 in Ybbsitz gewonnen haben.

„Nur im Fall einer Landung im Pulverschnee ist es für den Piloten notwendig, einen Fixpunkt vor sich zu haben. Der darf sich aber dann nicht bewegen“, erklärte Cpt. Roland Esletzbichler. Der Downwash der 1400-PS-Rotorfliege wirbelt den Schnee auf, dann ist der Pilot über einen sichtbaren Fixpunkt doch froh. Der Bergretter (Wind im Rücken) im Whiteout darf sich jedoch nicht bewegen und muss alle vom Davonfliegen gefährdeten Teile fix verstauen. Daher: Keine Kappen am Kopf, Rucksack festhalten, aber Skibrillen vor den Augen…
Personen nähern sich dem gelandeten Hubschrauber nur von vorne und meiden die Fläche unter dem Rotorkreis, bis der Pilot ein Zeichen gibt.
Wichtig auch: Beim Überflug bemerkbar machen. „Die Menschen sind aus der Luft klein und nicht leicht zu entdecken“, weiß der Flugretter aus zahlreichen Alpineinsätzen.
Was gab’s noch zu sehen? Flugretter W. Freunberger packte geduldig die mitgeführte Ausrüstung aus und führte die Koppelungsmöglichkeiten für eine Taubergung vor. Im Bergesack hat er eine Vakuum-Matratze, in die der Verletzte bei einer Taubergung umgelagert wird.
Bergretter müssen im Funksystem eingeloggt sein (Status 1) und Funkverbindung halten. Zivilpersonen können über Notruf 140 bei der Leitstelle ihre Positionsdaten vom Handy/Smartphone hinterlassen. Das verkürzt die Zeit der Suche wesentlich.

Fotos: © ÖBRD