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Sommerübung 2015 19. und 10. Mai 2015 – Sommerkursvorbereitung gemeinsam mit der OST Kirchberg/Pielach

Bergretter sein ist nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebenseinstellung. Es ist permanentes Lernen und Weiterentwickeln der eigenen Fähigkeiten. Obwohl die Bergrettung St. Pölten eine Winterortsstelle ist, ist der Sommer alles andere als eine Leerzeit, sondern vielmehr Lehrzeit für uns. Und so sind wir stolz, wieder einige unserer Kameraden auf den diesjährigen – bereits ausgebuchten – Sommerkurs entsenden zu dürfen. Damit unsere Kollegen auch optimal vorbereitet sind, haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut und gemeinsam mit der OST Kirchberg ein interessantes und spannendes Kurs-Vorbereitungswochenende organisiert.

Am Samstag, dem 9. Mai 2015, wurde dabei im Stationenbetrieb mit drei Gruppen gearbeitet, die sich bei den drei Stationen abwechselten, deren Themen wie folgt lauteten:

  1. Erste Hilfe mit den Möglichkeiten der Bergretter, Reanimation, richtiges Lagern und Bergen
  2. Seilgeländerbau sowohl fortlaufend als auch am Stand, Lose Rolle, Block-, Ausgleichs- und Reihenverankerung, AV-Trage und UT2000
  3. Expressflaschenzug, Flaschenzug nach Munter und optional Seilrollenflaschenzug

An dem Kursvorbereitungstag nahmen insgesamt 8 BergretterInnen der OST St. Pölten teil, welche ausnahmslos mit viel Power, Elan, Motivation und Begeisterung übten, übten, übten… bis es schließlich zur Tagesreflexion zum Mostheurigen der Familie Pfeitter ging, wo die gute OST-Zusammenarbeit im gemütlichen Rahmen noch mehr intensiviert wurde und der Übungstag ein lustiges Ende fand.

Am Sonntag, dem 10. Mai 2015, stand dann eine Einsatzübung unter Realbedingungen für alle, also nicht nur für die Sommerkursteilnehmer, am Plan. Es gab dabei sowohl technische als auch medizinische Schwerpunkte, da es sich bei der realitätsnahen Übungsannahme um zwei ausländische Forstarbeiter handelte, welche kein Deutsch verstanden und von denen einer schwer (bewusstlos) und einer leicht verletzt (offener Unterschenkelbruch) war. Es wurde der Einsatz von der Alarmierung an organisiert (Mannschafts- und Materialerfassung, Aufteilung, weitere Lagemeldung, Gruppeneinteilung und Zufahrt), mit der gesamten Ausrüstung zugestiegen, für einen sicheren Ab- und Aufstieg im Steilgelände zu den Verunfallten gesorgt, die Verletzten erstversorgt, die Bergung mittels Flaschenzug durchgeführt… und während an dieser Unfallstelle noch die beiden Verletzten versorgt und geborgen wurden, erfolgte mittels Funk eine weitere Unfallmeldung. Eine Mutter war mit ihrer Tochter wandern, welche beim Fotografieren von einem kleinen Felsabsatz gestürzt und nicht mehr gehfähig war. Nun hieß es die Mannschaft splitten und gleichzeitig an beiden Unfallorten die Rettung durchführen. Doch auch dieses Szenario wurde bestens von allen Beteiligten gelöst und so stand in beiden Fällen der Bergung vom Unfallgelände, einem sicheren Abtransport zum KFZ und der Übergabe an das Rote Kreuz nichts mehr im Wege.
Auch dieser Tag klang wieder – nach der Reflexion beim Schoberhof, auf dessen Grund und Boden die Übung stattfand – beim Mostheurigen der Familie Pfeitter im sehr gemütlichen Rahmen aus…

Ich möchte mich hier nochmals bei Gerhard Grassmann und Patrick Daxböck (beide OST Kirchberg) sowie bei Erich Winkler ganz herzlich für die Organisation und tolle Zusammenarbeit bedanken, denn ohne deren aller Mithilfe wäre wohl ein Übungswochenende in diesem Umfang und Ausmaß nicht möglich gewesen. Ein großes Dankeschön auch an Stefan Taschl (OST Kirchberg) für die perfekte Vorbereitung vor Ort und zur Verfügungstellung des idealen Übungsgeländes.

Uschi Leeb, Ausbildungsleitung-Stellvertreterin

Fotos: © ÖBRD