Alpin Notruf: 140

Spezialkurs im schwindenden Eis des Großglockner 1Das vergletscherte Hochgebirge gehört zu den beeindruckendsten Landschaften. Die richtige Sicherungs- und Seiltechnik muss für die wechselnden Bedingungen im Fels, Firn und Eis jedoch gelernt sein. Hochtouren gelten nicht umsonst als die Königsdisziplin im Bergsteigen. Welche Techniken dabei angewandt werden, werden beim Spezialkurs Eis am Großglockner gelehrt.

Als „Basislager“ dient seit Jahren die Stüdlhütte auf 2.802 Höhenmeter. Der Fokus des Kurses liegt in der Hochtourenausbildung. Dazu zählt das Begehen von Gletschern und Felsgraten, Kameradenrettung im Eis (Spaltenbergungen), setzen von Sicherungen und Standplätzen im Schnee und Eis, sowie Tourenplanung, Wetterkunde und alpines Risikomanagement. Den Abschluss der Ausbildung bildet das selbstständige Begehen des Großglockners in Zweierseilschaften.

Heuer, nach dem Hitzesommer 2015, muss man fast froh sein, dass man auf dem Glockner überhaupt noch Eis antrifft. Der Permafrost schwindet zusehends, was die Felsgrate instabil macht und die Gletscher ziehen sich immer weiter zurück. Dennoch fanden die Lehrwarte Roman Dirnböck, Ernst Höfler, Andreas Etzler und Martin Drachsler noch genug Spalten um mit den Teilnehmern die Bergemethoden für den Notfall zu üben.

Mit dabei waren heuer auch drei Bergretter aus Rumänien, die durch die Partnerschaft der Bergrettung NÖ/W mit dem Rumänischen Bergrettungsdienst Salvamont die Gelegenheit hatten, am Kurs teilzunehmen.

Fotos: © ÖBRD