Alpin Notruf: 140

Nachdem der heurige Winter den Tiroler Kogel-Besuchern eher Wanderbedingungen bot und wir als spezialisierte Winter-Ortsstelle den Schnee regelrecht suchen mussten, waren auch unsere Dienste entsprechend unausgelastet. Dennoch war unsere ÖBRD-Hütte regelmäßig besetzt und wir stellten uns in den Dienst der guten Sache. Ebenso waren unsere Winterübungen durch das Ausbleiben der weißen Pracht eher frühlingshaft …

Somit war für uns der nächste logische Schritt, uns im Fels zu verbessern, und so organisierte Uschi Leeb als Ausbildungsleiter-Stellvertreterin drei lehrreiche Trainingsnachmittage im Klettern.

Der erste Termin fand im Juli auf der Siegenfelder Platte bei sommerlichen Temperaturen statt – bei diesem Sommer durchaus außergewöhnlich. Neben Vor- und Nachstieg zeigte Uschi Leeb den Teilnehmern auch verschiedene Varianten des Standplatzbaus, abgestimmt auf die unter-schiedlichen Möglichkeiten, die uns im Fels begegnen können. Bei dieser Gelegenheit nutzten die Teilnehmer die neuesten Erkenntnisse in Sachen Berge- und Sicherungsvarian¬ten und so wurden auch alle drei Arten von Flaschenzügen fleißig geübt. Den lehrreichen Kletternachmittag ließen wir beim gemütlichen Grillen ausklingen, wo natürlich noch weiter „fachgesimpelt“ wurde.

Der zweite Termin im August fiel zunächst im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser – was uns Bergretter natürlich nicht vom Training abhalten konnte. So entschieden wir kurzfristig, den Kletternachmittag ins STKZ Weinburg zu verlegen, wo wir dann doch einige Sonnen-strahlen abbekamen und die Outdoor-Anlage nutzen konnten. Hier versuchten wir speziell unsere Kletter- und Partnersicherungstechniken zu verbessern und tauschten in gemütlicher Runde unsere Erfahrungen und Erkenntnisse aus. Hinterher wurde noch lange beim Heurigen nachbesprochen, einzelne Kletterzüge und geschraubte Routen bis ins Detail diskutiert und natürlich auch viel gelacht und weitere Trainingseinheiten geplant. Das schlechte Wetter konnte jedenfalls unserer guten Stimmung nichts anhaben.

Dem war auch gut so, denn schon der dritte Kletternachmittag im September musste aufgrund Regenwetters abermals ins STKZ Weinburg verlegt werden. Diesmal stand neben der Verbesserung der Klettertechnik noch das Fädeln von Umlenkungen am Programm, bevor es wieder in gemütlicher Runde zum gemeinsamen Tagesausklang beim Heurigen ging.

Und so überrascht es auch nicht, dass gleich beim Heurigen schon das nächste Klettern geplant wurde, bei dem wir wieder einen Schwerpunkt setzen wollen, um unser Können als spezialisierte Winterortsstelle in den typischen Sommertechniken, vor allem beim Seilhandling, noch weiter zu verbessern. Ob es sich dabei um Seilkommandos, den Seilschaftsablauf bei Mehrseillängenrouten, Abseilen mit Selbstsicherung, dem Lesen von Topos, der Routenfindung etc. handelt, wird dann kurzfristig entschieden. Aufgrund der mittlerweile „kürzeren“ Herbsttage wird der nächste Kletternachmittag am 31. Oktober 2014 ebenfalls im STKZ Weinburg stattfinden. Natürlich laden wir auch dann gerne wieder die Nachbarortsstellen zum Mitklettern ein. Schließlich geht ja nichts über funktionierende Zusammenarbeit sowie über gute (Berg)Kameradschaft.

In diesem Sinne freu ich mich schon auf recht zahlreiche Teilnahme beim nächsten Klettertraining.
Uschi Leeb, Ausbildungsleiter-Stellvertreterin

Fotos: © ÖBRD

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