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Winterübung 2015 1„Üben, üben, üben… für den Ernstfall“
Die heurige Winterübung der Ortsstelle St. Pölten hat am 7. und 8. Februar am Tiroler Kogel bei Wetterbedingungen, die nicht unterschiedlicher hätten sein können, gemeinsam mit der Ortsstelle Kirchberg/Pielach am Samstag bzw. der Ortsstelle Türnitz am Sonntag stattgefunden. Dabei wurden die typischen Wintereinsätze abseits der Piste – von der Versorgung eines verletzten Schifahrers bis zum planmäßigen Lawineneinsatz – geübt.

Am Samstag wurde bei strahlendem Sonnenschein in zwei Gruppen trainiert. Für die den Ortsstellen neu beigetretenen Bergretterinnen und –retter lag das Hauptaugenmerk beim Thema „Lawine“. Erst wurde im Stationenbetrieb die Kameradenrettung (richtiger Umgang mit LVS-Gerät, Schaufel und Sonde bei Einfachverschüttung) geübt. Weiters gab ein Sondierfenster die Möglichkeit, unterschiedliche Gegenstände mit der Lawinensonde zu „erspüren“. Der Nachmittag stand dann ganz im Zeichen des planmäßigen Lawineneinsatzes, wobei Sondierketten gebildet, das richtige Verhalten am Lawinenkegel und das schnelle und effiziente Schaufeln gelehrt wurden, was den einen oder anderen Schweißausbruch zur Folge hatte. Die zweite Gruppe bildeten die bereits mit der Ausbildung fortgeschrittenen Bergretterinnen und –retter. Für sie stand die Versorgung eines verunglückten und teilverschütteten Tourenschifahrers und die Einbringung im Akja sowie dessen Abtransport im Steilgelände am Programm. Hier waren natürlich neben Kenntnissen bei Erster Hilfe auch Seiltechnik und -handling gefragt. Obwohl dieser Übungstag nicht ganz ohne Anstrengung verlief, waren alle 20 Teilnehmer der Ortsstellen Kirchberg und St. Pölten top motiviert und bester Laune, sodass einem gemütlichen und lustigen Übungsausklang beim gemeinsamen Abendessen im Annaberger Haus nichts im Wege stand…

Bereits die Nacht zum Sonntag verhieß dann jedoch nichts Gutes: Sturmböen rüttelten lautstark an den Fensterläden der Hütte. Und auch die Sicht beschränkte sich tagsüber auf nur wenige Meter. So wurde kurzerhand die Übungsannahme etwas verändert, „zwei Tourenschigeher schlugen Alarm, weil sie sich im dichten Nebel verirrt hatten und bereits stark unterkühlt und erschöpft waren“. Also war im oberen Bereich des Tiroler Kogels erst mal gute Orientierung gefragt, um überhaupt zu den beiden Vermissten bei den Kuchl-Almhütten zu gelangen. Nach Auffinden und Versorgung der unterkühlten Person (die zweite konnte noch selbst abfahren) wurde diese mit dem Akja abtransportiert, wobei den St. Pöltner Bergretterinnen und –rettern Hilfe von der Nachbarortsstelle Türnitz aus dem Tal entgegen aufstieg. Bei bester Zusammenarbeit erfolgte der restliche Abtransport bis in die Weidenau zum Hauptretzhof. Auch an diesem Tag konnten die widrigsten Wetterbedingungen dem Engagement, der Einsatzbereitschaft und der Motivation der insgesamt 11 Teilnehmenden der beiden Ortsstellen nichts anhaben und somit fanden die beiden sehr erfolgreichen Winterübungstage bei einem gemeinsamen Essen ein fröhliches Ende.

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass die Übung nicht ohne der guten Zusammenarbeit zwischen den Ortsstellen und auch nicht ohne dem persönlichen Einsatz von Gerhard Grassmann, Patrick Daxböck, Johannes Kurz, Martin Drachsler und Erich Winkler so erfolgreich abgelaufen wäre. Daher an dieser Stelle mein ganz besonderer Dank für die perfekte Planung und Organisation an die oben Genannten!
Uschi Leeb, Ausbildungsleitung-Stellvertreterin

Fotos: © ÖBRD