Alpin Notruf: 140
Pistendienst

Pistendienst

Auch heuer unterstützt unsere Ortsstelle wieder die Bergrettung Annaberg bei ihren Pistenbereitschaftsdiensten.
Besonders in den Ferien und an den Wochenenden ist jeder Bergretter mehr eine große Unterstützung. Wie es der Zufall will treten Unfälle meistens gleichzeitig auf.

So waren in den Semesterferien vom 05.-07.02.2020 vier Bergretter/innen aus St. Pölten zu Unterstützung im Einsatz und halfen bei Kontrollfahren und Skiunfällen tatkräftig mit.

Zu behandeln gab es unter anderem mehrere Knieverletzungen nach Stürzen und eine Schnittverletzung auf der Handfläche.

Wir wünschen allen unfallfreie Skitage und genug Schnee für viele weiter Stunden auf den Skiern.

Fotos: © ÖBRD
Bürgermeisterkonferenz 2019

Bürgermeisterkonferenz 2019

Am 13.12.2019 lud die BH St. Pölten sämtliche Ortschefs des Bezirks wieder zur Bürgermeisterkonferenz ein. Diesmal waren jedoch auch wir – die Bergrettung St. Pölten – und auch unsere Kollegen aus Kirchberg vertreten.

Den ca. 120 anwesenden Personen konnten wir so die Tätigkeiten der Bergrettung und unsere Dienstgebiete vorstellen, welche sich ja teilweise im Bezirk St. Pölten befinden. Auch ein kurzer Ausblick auf die ICAR, welche im Jahr 2021 in Niederösterreich stattfindet, wurde präsentiert.

In der Pause hatten die Teilnehmer noch die Möglichkeit unser Equipment kennenzulernen. Mitgenommen hatten wir die „Persönliche Ausrüstung Winter“, die Kletterausrüstung und einen Notfallrucksack.

Bezirkshauptmann Mag. Josef Kronister war sehr begeistert von unserem Wirken und will uns auch gerne mal auf unserer Diensthütte Österleinbrunn besuchen.

Weihnachtswünsche 2019

Weihnachtswünsche 2019

Die Kameraden der Bergrettung Ortsstelle St. Pölten wünschen frohe Weihnachten,
ruhige und besinnliche Feiertage sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr!
Prosit Neujahr & Berg heil im Jahr 2020!

Freiwilligenmesse St. Pölten

Freiwilligenmesse St. Pölten

Am 10. November 2019 fand zum dritten Mal die Freiwilligenmesse im Landhaus St. Pölten statt.

An diesem Tag, der den freiwilligen Organisationen gewidmet war, konnte man einen guten Einblick in die Arbeit der Bergrettung gewinnen. Verschiedene Einsatzmaterialien und auch die Einsatzfahrzeuge wurden Interessierten vorgeführt. Die Kameradinnen und Kameraden aus den Ortstellen St. Pölten, Freiland, St. Corona und Wachau standen für Fragen zur Verfügung und auch die Kinder konnten eine Runde mit unserer Gebirgstrage machen. Natürlich wurde die Möglichkeit auch genutzt, um uns neuen Anwärtern vorzustellen und neue Förderer zu gewinnen, die einen großen Beitrag für die Bergrettung leisten.

Nachwuchs – Neue Mitglieder gesucht

Nachwuchs – Neue Mitglieder gesucht

Die Bergrettung lebt wie viele andere Vereine vom ehrenamtlichen Engagement freiwilliger Mitglieder. Ohne diesen Beitrag wären viele Einsätze und Dienste einfach nicht durchführbar. Kameradschaft ist dabei ein wichtiges Element bei der Bergrettung.

Zwei unserer Bergretter sind nicht nur bei unseren Diensten ein Team sondern auch privat. Vor einiger Zeit haben sie geheiratet, und nun hat deren kleine Tochter, Rebecca, das Licht der Welt im KH Lilienfeld erblickt.

Wir gratulieren sehr herzlich und sind sehr stolz über diesen neuen Sonnenschein in der Bergrettung. Sie hat jedenfalls die besten Voraussetzungen auch einmal eine tolle Bergretterin zu werden.

Titelbild: OLS Reinhard Wilthaner, Rebecca Scharnagl-Reiterer, Silvia Scharnagl-Reiterer, OL Erich Winkler

 

Möchtest auch du aktiv bei der Bergrettung mithelfen dann melde dich einfach bei uns.

Hier findest du die Voraussetzungen dazu.

 

Nachwuchs - Neue Mitglieder gesucht 4
Nachwuchs - Neue Mitglieder gesucht 5
In memoriam – Kurt Ring (1933-1969)

In memoriam – Kurt Ring (1933-1969)

Vor 50 Jahren am 10.11.1969 ereignete sich eine der schwersten österreichischen Bergtragödien.

Für fünf der besten Bergsteiger Österreichs verlor sich die Spur vom oder zum Gipfel des 7661 m hohen Dhaulagiri IV im Himalaya. Mit dabei der technische Leiter der Österreichischen Bergrettung – Ortsstelle St.Pölten, Kurt Ring. Bis zum heutigen Tag gelten sie als verschollen im ewigen Eis.
Ein Anlass sich zurückzuerinnern!

In memoriam - Kurt Ring (1933-1969) 6
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In memoriam - Kurt Ring (1933-1969) 8
Bericht von Herwig Handler:

Wie ein Keulenschlag hatte uns die Nachricht, dass unsere Freunde am Dhaulagiri IV verschollen sind, getroffen. Die Schwierigkeiten waren überwunden, der Gipfel in Griffweite. Was war geschehen? Fragen über Fragen und keine Antworten.

Die Schwierigkeit und Ausgesetztheit des Weges über den Barriergipfel machte es den verbliebenen Freunden im Basislager unmöglich, nach oben zu gehen. Einzig Leo Graf startete einen Versuch, doch der mit ihm gehende Sherpa verweigerte den weiteren Aufstieg oben am First zwischen Himmel und Erde. Geschlagen und verzweifelt versuchten die Freunde mit Hubschrauber und letztendlich mit einem Militärdüsenjet zumindest Gewissheit zu erlangen, was passiert ist. Doch nichts!

Ing. Oskar Krammer, der mit im Düsenjet mitgeflogen war, berichtet:„Der Schnee war unberührt, weit hinten die leuchtenden Berge Tibets, keine Spuren, kein Abbruch, kein Lager, keine Zelte, kein Farbfleck, der Berg hatte unsere Freunde verschluckt.“

Für die Zurückgebliebenen war es damals eine dramatische Zeit, fünf Familien verloren ihre Söhne, ihre Partner, und wir verloren unsere Freunde, mit denen wir so viele Stunden und Tage am Berg, im Eis und im schweren Fels im Sinne des Wortes verbunden waren.

Wie war Kurt? Fröhlich, aufgeschlossen, immer zum Spaßen aufgelegt, ab und zu ein bisschen ärgerlich, aber vor allem mit Energie und Ehrgeiz ausgestattet. Kurt hatte überdies einen ausgeprägten, talentierten Bewegungsdrang und war trotz seines Könnens und seiner Leistungen bescheiden geblieben.

Mit ihm zu klettern war eine reine Freude. Wie eine Eichkatze huschte er die schwierigsten Routen nach oben, nahm sich kaum Zeit, die Haken richtig zu setzen, und oft kamen diese von selbst, lustig am Seil klingend, einem beim Nachstieg entgegen. „Ich hab’ sie ja nur auf Druck gebraucht, Zug haben sie ja nicht aufnehmen müssen“, war oft sein lakonischer Kommentar dazu.

Die Liebe zu den Bergen aber teilte und pflegte Kurt mit seiner geliebten Ingrid. Die Freundschaft zu ihr, die schon im Kindergarten begann, wurde Jahre später mit dem Bund der Ehe besiegelt. Viele schwierigste Bergfahrten meisterten die Beiden und viele darunter waren Routen, die zum ersten Mal von einer Frau begangen wurden.
Wegen Kurts Bindung zu Ingrid kam es dann oft dazu, dass wir als Dreierseilschaft unterwegs waren. Die Rings mit dem Franzl (DI Architekt Lindner) oder mit mir. Oder wir waren eben als zwei Zweierseilschaften unterwegs. Und wenn wir oft im Zelt, im Biwak zusammen saßen, redeten wir oft über vergangene Erlebnisse und unsere neuen Ziele. Franz und mir war es schon vergönnt gewesen in die Berge der Welt hinauszuziehen und als erste Menschen auf hohen Gipfeln zu stehen. Kurt erhielt die Chance mit der Expedition zum Dhaulagiri IV zu gehen und wir haben uns gemeinsam mit ihm darüber gefreut.
Wenn ich oben am Tirolerkogel bei dem nach allen Himmelsrichtungen und zum Himmel ausgerichtetem Kreuz stehe (errichtet von der Hochgebirgsgruppe ÖAV Sektion St.Pölten, deren Leiter Kurt war, und dem Österreichischen Alpenklub unter Einbindung der St. Pöltner Alpenvereinsjugend), dreht sich das Rad der Zeit zurück. Auf einmal sitzen wir wieder zusammen in den langen Nächte auf unserer Bergrettungshütte. Kurt war unser technischer Leiter, auch beim Pläneschmieden und Kartenspiel. Die Tage im Mont-Blanc-Gebiet, die Biwaks am Walkerpfeiler mit dem gewaltigen Felssturz und in der Nordwand der Plan de Aiguille unter dem mächtigen Übergang vom Felspfeiler zur Eiswand sind wieder vor Augen.
Ja, das Biwak in der Aiguille Nordwand war etwas Besonderes und sicher das Schönste. Kurt, Ingrid, Franz und ich waren den unteren Felspfeiler, Fels bis zum IV. Schwierigkeitsgrad, seilfrei hinaufgestürmt. Wir sahen uns schon auf dem Gipfel, doch der Übergang zum Hängegletscher war eine ca. 40m hohe zum teil überhängende Eiswand. Ein abgespaltener Serac auf halber Höhe schien einen Zugang zu ermöglichen. Aber an der oberen leicht überhängenden Lippe kam das Aus: Zu weich war der überlagerte Firn und bot keine Möglichkeit eine Verankerung zu setzen. Sollte hier die Tour zu Ende sein?
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Lange studierten wir den Abbruch und entdeckten links, nur über eine heikleQuerung erreichbar einen senkrechten leicht überhängenden Eiskamin aus blaugrün spiegelglattem kaltem Eis. Kurt als Seilerster und ich stiegen durch ihn hinauf und setzten ein Fixseil für den morgigen Tag, während Ingrid und Franz einen wunderbaren Biwakplatz bauten. Es war ein Traumbiwak. Wir genossen den ausklingenden Tag, die untergehende Sonne das Angehen der Lichter in Chamonix, das tief unten direkt zu unseren Füßen lag.

Franz war gerade von einer Expedition zurück, er hatte als einziger der Mannschaft den Talung Peak, einen Bergriesen von 7349m im Himalaya, Nepal/Indien in der Kanchenjunga Gruppe, mit seinem Sherpa Nindra ersterstiegen. Jenem Sherpa Nindra, der 5 Jahre später mit Kurt am Dhaulagiri unterwegs war und dann mit unseren Freunden für immer dort geblieben ist.

Es gab viel zu erzählen, wir schwelgten von vergangenen Fahrten, wir planten für die Zukunft, definierten unsere Ziele. Wenn das Wetter passt, werden wir in 2 Tagen zum Walkerpfeiler gehen. Wir waren auch dort. Unter seiner 75m Verschneidung biwakierten wir. In der Nacht riss uns ein gewaltiger Felssturz aus dem Schlaf und wir hatten das Gefühl, dass der ganze Berg in sich zusammenbricht. Am Morgen kehrten Franz und ich hier um. Franz, der direkt von seiner kräftezehrenden Expetition zurückgekehrt war, fühlte sich für den schwierigen Fels noch nicht fit genug.

Für Kurt und Ingrid wurde der Walkerpfeiler einer ihrer Meisterstücke, ein Prüf- und Meilenstein ihres Lebens. Ein gewaltiger Wettersturz mit orkanartigen Stürmen und Schnee bis fast ins Tal fesselte sie am Pfeiler. Gemeinsam mit einer anderen Seilschaft kämpften sie um ihr Leben, kämpften sich durch Schnee, vereisten Fels und den Orkan zum Gipfel. Für uns im Tal waren es schwere Stunden der Ungewissheit.

Sie kamen wieder. Wir waren glücklich. 5 Jahre später war uns dieses Glück verwehrt. Du, lieber Kurt, und deine wie auch unsere Kameraden kamen vom Berg eurer Sehnsucht nicht mehr zurück. Verschollen im ewigen Eis des Dhaulagiri.

Ich erwache aus meinen Tagträumen. Vor mir das Kreuz, das Ringkreuz. Du Kurt und auch deine geliebte Ingrid, die 1997 in einer Lawine ums Leben gekommen ist, seid hier nun wieder vereint. Die Berge waren euer Leben und wurden eure Erfüllung. Es waren herrliche Jahre mit euch! Zeiten, Erlebnisse, die unauslöschbar in unseren Herzen sind und weiterleben. Pfiat euch! Ich komme nach und dann sind wir wieder gemeinsam unterwegs!

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